06.02.2012 03:53
047203

fasanerie.jpg

CDU Vereinigungen

Seniorenunion in Thüringen

Dienstag, 08. September 2009 um 18:00 Uhr

Eine Kulturreise in das „Herz Deutschlands“ nach Thüringen

Mit 38 Teilnehmern machte sich die Seniorenunion Zweibrückens am 30.08.2009 über Pirmasens und Waldfischbach-Burgalben auf nach Thüringen.

Bereits die Hinfahrt hielt mit dem Besuch des Städtchens Eisenach und einer Führung in der Wartburg einen der Höhepunkte der 5-tägigen Tour bereit. In Eisenach ist nicht nur Johann Sebastian Bach geboren, auch Luther weilte mehrere Jahre als Schüler dort. In der näheren Vergangenheit wurde Eisenach dadurch bekannt, dass dort der „Wartburg“ gebaut wurde – heute produziert Opel in Eisenach. Es ist zu wünschen, dass diese Produktion noch lange währt.

Der Besuch der Wartburg, die nicht nur zu den besterhaltenen Burgen des deutschen Mittelalters zählt, sondern auch Weltkulturerbe ist, ist zwar mit Anstrengung verbunden, über 200 Stufen führen vom Parkplatz zum Eingang, was aber von den meisten Senioren, von denen die ältesten über 80 Jahre alt sind, gut gemeistert wird. Die Wartburg ist nicht nur mit dem Namen Martin Luther verbunden, sondern auch mit der Heiligen Elisabeth (von Thüringen). Hingegen hat der berühmte „Sängerkrieg auf der Wartburg“ nie stattgefunden. Tatsache ist aber das Wartburgfest von 1817, der ersten bürgerlich-demokratischen Versammlung in Deutschland, einem Vorläufer des Hambacher Festes.

An der Wartburg wurde auch die erste – im Verlauf der fünf Tage eine von vielen – Original Thüringer Rostbratwürsten verspeist – allein dies ein Grund für einen nochmaligen Besuch.

Gegen Abend wurde in Mühlhausen nördlich von Eisenach Quartier bezogen und der Abend bei Bier, Wein und leider schlechten Wahlergebnissen ausklingen lassen.

Am nächsten Tag stand zunächst die Besichtigung der Hauptstadt Thüringens, Erfurt, auf dem Plan. Seinen Reichtum erlangte Erfurt im Mittelalter durch den Anbau und den Vertrieb von „Waid“, einem pflanzlichen Färbemittel. Unsere Führerin wusste hierüber nachweisbare und auch nicht nachweisbare Geschichten zu erzählen – so soll ein Pfund „Waid“ mit einem Pfund Gold aufgewogen worden sein – kaum vorstellbar. Eher nachvollziehen konnte man die Geschichten zum Bierbrauen und die Erklärungen, warum die Löcher in den Häusern für die Bevölkerung wichtig waren. Natürlich wurde auch Ernsthaftes nicht versäumt und der Dom auf dem Domberg besichtigt. Selbst die Erklärung, warum auf dem gegenüberliegenden Petersberg teilweise das Mainzer Wappen in Blumen nachgebildet ist, fehlte nicht. Der Rundgang endet mit der Überquerung der Gera über die Krämerbrücke, die beidseits mit 32 Häusern bebaut ist und damit die Ponte Vecchio in Florenz weit in den Schatten stellt. Bedauerlich ist, dass – wie nahezu überall – die Bevölkerung in Thüringen schwindet und auch Erfurt in den letzten Jahren bis zu 15 % seiner Einwohner verloren hat. Der traurige Grund hierfür ist die fehlende Arbeit!

Thumbnail imageNachmittags geht es nach Weimar, ebenfalls Weltkulturerbe und Kulturstadt Europas 1999. Hier weiteres zu berichten, hieße „Eulen nach Athen tragen“. Wir freuen uns, dass Kultur so lebendig ist und junge Kunststudenten „Leben“ in die Klassik bringen. Sämtliche Denkmäler, seien es Goethe und Schiller, sei es Herder u. ä. werden aufgepeppt mit dem Komponisten Liszt, der seine Züge per Styropor zur Verfügung stellt oder beim gemeinsamen Denkmal von Schiller und Goethe sogar als „Dritter im Bund“ beide Poeten umarmt.

Der nächste Tag wird Mühlhausen, unserem Domizil, gewidmet. Das großenteils mittelalterliche Stadtbild der einstigen Freien Reichs- und Hansestadt steht unter Denkmalschutz. Der Rundgang an der in Abschnitten erhaltenen Stadtmauer, an den alten Bürgerhäusern vorbei zur Divi Blasii-Kirche, an der bereits Johann Sebastian Bach wirkte, ist ein Highlight, wozu die „Schmankerln“ unseres Führers aus der DDR-Zeit nur beitragen. Zum Glück ist dies Vergangenheit und für die Jugend, die spätere Seniorenunion, wird  dies nur noch Geschichte sein.

In Mühlhausen begegnen wir erstmals Thomas Müntzer, einem der Anführer in den Bauernkriegen, dessen Engagement ein bitteres Ende nahm, er wurde enthauptet.

Der Nachmittag in Gotha, der einstigen Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha beschließt den Tag. Hier kommen wir vom Mittelalter in den Barock. Schloss Friedenstein beherrscht das Stadtbild des hübschen Städtchens. Unser kompetenter Führer führt uns bei großer Hitze den Schlossberg hinunter. Lucas Cranach d. Ä., die Farbpflanze „Waid“, das Renaissance-Rathaus, die Wasserkunst usw., werden erwähnt und z. T. auch besichtigt. Heute fällt es allerdings besonders schwer – es ist einer der heißesten Tage des Sommers

Im Schloss können wir uns noch ein wenig „entspannen“ und das berühmte Gothaer Liebespaar aus dem 15. Jahrhundert und das „Ekhof-Theater“, ein im Original erhaltenes und heute noch in Betrieb befindliches Barocktheater besichtigen. Heute sind alle geschafft!

Thumbnail imageDafür soll es heute etwas entspannter sein. Es geht nach Stolberg in den Harz. Dies ist die Geburtsstadt von Thomas Müntzer. Durch kleine Sträßchen, bei denen der Busfahrer sein Können unter Beweis stellen kann, geht es an Nordhausen vorbei nach Stolberg, der „Perle des Südharzes“. Die Rittergasse bietet ein geschlossenes mittelalterliches Stadtbild von Fachwerkhäusern – man könnte meinen, in einem Museum zu wandeln. Dabei sind alle Häuser bewohnt und genutzt. Wir sind begeistert.

Am Nachmittag geht es weiter nach Bad Frankenhausen. Hier wurde von Werner Tübke noch zu DDR-Zeiten ein Monumental-Rundgemälde „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ errichtet, bei dem auf einem 14 m hohen und 123 m im Umfang großen Rundgemälde die letzte große Schlacht des Deutschen Bauernkrieges von 1525, angeführt vom radikalen Prediger Thomas Müntzer,  mit über 3000 Einzelfiguren dargestellt ist. Nur die ausführliche Führung und Erklärung durch unsere kompetente nette Führerin lässt dieses Monumentalgemälde erträglich werden.

Der Tag endet am Kyffhäuser-Denkmal. 81 m hoch thront Kaiser Wilhelm I. über der in Stein gehauenen Barbarossafigur. Der Turm bietet nach anstrengendem Aufstieg eine wunderbare Aussicht nach allen Seiten. Der Tag endet mit Thüringer Spezialitäten.

Der letzte Tag ist angebrochen; selbst der Himmel weint. Bad Langensalza als letzte Station unserer Reise ist zwar wunderschön und im Kern auch gut restauriert; Rosengarten und japanischer Garten locken angesichts der Schleusen, die der Himmel öffnet, aber nicht allzu sehr. Einen Vergleich zwischen Zweibrücker und Bad Langensalzaer Rosengarten können wir deshalb nicht ziehen.

Auch wenn der Sturm den letzten Tag beherrscht, war es eine wunderschöne Fahrt ins Herz Deutschlands. Wir haben viel gesehen, Geschichte dazugelernt, Spezialitäten aus Thüringen genossen und insbesondere feststellen können, dass der Blick in die „neuen“ – alten Bundesländer sich lohnt.

 


Termine

NOEVENTS




Banner

Umfragen

Bahnverbindung nach Homburg...
 

Wer ist online

Wir haben 4 Gäste online


© CDU Zweibrücken 2012  -  Impressum